Protektoren: Schutz ja, aber bitte luftig

Protektoren sind auch im Enduro Sport unerlässlich. Auch wenn die Strecken nicht ganz so Extrem wie im reinen Downhill sind haben sie dennoch ihre Schwierigkeiten. Im Wettkampf werden die Strecken beispielsweise ohne vorherige Begehung oder Befahrung gefahren. Das erhöht die Gefahr eines Sturzes und damit das Verletzungsrisiko enorm. Um also einen längerfristigen Ausfall vorzubeugen, empfiehlt es sich auch hier 5-10% des Fahrradwertes in Protektoren zu investieren. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ventilation des Körpers. Es gibt zwar im Wettkampf keine zeitliche Erfassung der Bergauffahrt, gefahren werden muss sie aber dennoch. Fullface Helme sind Pflicht und müssen bei vielen Rennen durchgängig getragen werden. Dementsprechend sollten die gewählten Protektoren möglichst viele Ventilationsschlitze bieten.

Die Materialien:

Die zwei gängigsten Materialien, um Stöße zu absorbieren sind innengefüttertes Hartplastik oder D30. D30 ist ein so genanntes Non-Newtonsches Element. Das heißt, es ist flexibel wie ein Schaumstoff, wird aber bei Krafteinwirkung hart. Gegenüber den Hartschalen erhöht sich der trage Komfort, D30 kann aber auch Reißen und ist teurer. Allgemein ist D30 sehr zu empfehlen, nur nicht an allen zu schützenden Stellen. 

Kopf: 

Zu empfehlen ist ein Full Face Helm. Er Bietet durch seinen Kinnbügel und einer, den gesamten hinteren und seitlichen Kopfbereich schützenden, geschlossenen Schale, den optimalen rundum Schutz. Neue Enduro Helme bieten durch speziell entwickelte Knautschzonen-artige Kinnbügel und Helmschalen, die bei minimalem Gewicht und bester Ventilation maximalen Schutz bieten. Meistens sind diese Helme aber nach einem ernsthaften Sturz nicht mehr zu gebrauchen und auszutauschen.

Hals/ Nacken:

Viele Downhiller tragen zusätzlich zum Helm, da sie mit extrem hohen Geschwindigkeiten in sehr rauen Geländen unterwegs sind, ein sogenanntes Neck Brace. Dabei handelt es sich um eine Art Schulter Aufsatz, der unter den Helm liegend verhindert, dass sich die Wirbelsäule im Nacken überdehnen kann. Im Hobbybereich kann das Sinn machen, allgemein sind diese Protektoren aber eher sperrig und im Wettkampf eher untypisch.

Augen:

Auf Matschigen Tracks hat man schnell mal Dreck im Auge. Auch auf offenen Tracks landet schnell mal ein Insekt im Auge. Daher empfiehlt es sich die Augen entweder mit einer Goggle, also einer Art geschlossener Ski Brille, oder mit einer MTB-Brille zu Schützen. Während erstere zwar besser schützt, bietet zweitere die bessere Belüftung und beschlägt nicht so schnell.

Oberkörper:

Um einen möglichst guten Wärmeabtransport des Körpers zu ermöglichen ist eine Protektoren- Weste ratsam. Sie bietet in der Regel Schutz für Rücken, Brust und Schultern. Einige Fahrer bevorzugen allerdings einen einzelnen Rückenprotektor, der wie ein Rucksack angezogen wird.

Arme:

Die meisten Fahrer bevorzugen es, die Arme mit Ellenbogen Schonern zu Schützen. Ein paar bevorzugen es sogar ohne diese Schoner zu Fahren. Davon Raten wir euch ab. Ein Langzeit-geschädigter Ellenbogen kann dafür sorgen, dass ihr nie wieder Fahrrad fahren werdet. 

Hände:

Die Hände Stellen neben den Füßen den Kontakt zum Fahrer her. Daher empfiehlt es sich diese Verbindung Best möglichst zu unterstützen. Dafür bieten sich MTB-Handschuhe an. Sie erhöhen den Grip und verhindern auch bei Nässe ein Abrutschen. Es Empfehlen sich Leichte Handschuhe mit geschlossenen Fingerspitzen. 

Beine:

Auch für die Beine gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man entscheidet sich für eine Schienbein-Knie-Kombi oder man nutzt einen Knie Schoner mit einem separaten Schienbeinschoner. Meine persönliche Erfahrung hat für Schienbeinschoner gezeigt: Hartschalen Schoner überleben einen Einschlag der Pedale besser als D30 Schoner.

Füße:

Die Füße stellen neben den Händen unsere zweite essenzielle Verbindung mit dem Fahrrad. Es gibt Systeme, bei denen der Schuh in das Pedal ein geklippt wird, aber auch herkömmliche Flat Pedal Systeme. An dieser Stelle Scheiden sich Stark die Geister. Ich persönlich bevorzuge Flat Pedals, da sie keine feste Verbindung zum Fahrrad da stellen und ich im Falle eines Crashs schnell und ungeklippt vom Rad absteigen/ abspringen kann. Geklippte Pedale, Clipless genannt, bieten aber auch mehr Rad Kontrolle und eine bessere Kraft Übertragung, wodurch sie Heutzutage im Wettkampf unerlässlich geworden sind. Allgemein sollte man immer einen vernünftigen Mountainbike Schuh mit einer möglichst steifen Sohle fahren, um jederzeit stabil auf dem Pedal zu stehen. 

Hüfte/Becken: 

Eher selten getragen werden diese Protektoren, da bei guten Fall-Reflexen dieser Teil des Körpers eher verschont bleibt. Doch Vorsicht: Richtiges Fallen erfordert viel Erfahrung und Jahrelanger Übung. Wenn man sich vorstellt, wie unangenehm so ein Bruch mit seiner mit sich kommenden Reha Pause sein wird, ist dieser Schoner auch nicht zu verachten. Im Wettkampf werden sie allerding sehr selten gefahren.