Protektoren: Sicherheit geht vor!

Wenn man sich ein Downhill oder Freeride Bike zulegt, vergisst man gerne, dass für die richtige Schutzausrüstung, die in diesem Sport essenziell ist, auch schnell nochmal ein paar hundert Euro weg sein können. Plant ihr also die Saison, und auch zukünftige, am bzw. in einem Stück durchzufahren, empfehlen wir euch wärmstens, wenigstens 5-10% des Fahrradkaufpreises für Protektoren einzuplanen. 

Aber welche Protektoren brauche ich und welche nicht?

Die Materialien:

Die zwei gängigsten Materialien, um Stöße zu absorbieren sind innengefüttertes Hartplastik oder D30. D30 ist ein so genanntes Non-Newtonsches Element. Das heißt, es ist flexibel wie ein Schaumstoff, wird aber bei Krafteinwirkung hart. Gegenüber den Hartschalen erhöht sich der trage Komfort, D30 kann aber auch Reißen und ist teurer. Allgemein ist D30 sehr zu empfehlen, nur nicht an allen zu schützenden Stellen. 

Kopf: 

Zu empfehlen ist ein Full Face Helm. Er Bietet durch seinen Kinnbügel und einer, den gesamten hinteren und seitlichen Kopfbereich schützenden, geschlossenen Schale, den optimalen rundum Schutz. 

Hals/ Nacken:

Viele Downhiller tragen zusätzlich zum Helm, da sie mit extrem hohen Geschwindigkeiten in sehr rauen Geländen unterwegs sind, ein sogenanntes Neck Brace. Dabei handelt es sich um eine Art Schulter Aufsatz, der unter den Helm liegend verhindert, dass sich die Wirbelsäule im Nacken überdehnen kann. Ab einem gewissen Fahr-Level, bzw. einer gewissen Geschwindigkeit, ist ein Neck Brace ebenfalls sehr zu empfehlen.

Augen:

Auf Matschigen Tracks hat man schnell mal Dreck im Auge. Auch auf offenen Tracks landet schnell mal ein Insekt im Auge. Daher empfiehlt es sich die Augen entweder mit einer Goggle, also einer Art geschlossener Ski Brille, oder mit einer MTB-Brille zu Schützen. Während erstere zwar besser schützt, bietet zweitere die bessere Belüftung und beschlägt nicht so schnell.

Oberkörper:

Zu empfehlen ist ein Savety Jacket. Diese Protektoren Jacken bieten einen guten Rundumschutz des Rückens, der Brust und je nach Ausführung auch der Schultern, Schlüsselbeine und Ellenbögen. Alternativ ist auch eine Protektoren- Weste möglich, der Schutz der Arme ist aber weiterhin zu beachten.

Arme:

Einige Fahrer bevorzugen es, eine Protektoren Weste zu tragen, um alternativ die Arme mit extra Ellenbogen und Unterarm Schonern zu Schützen. Das ermöglicht zwar mehr Ventilation, kann aber auch zu mehr verrutschen der Protektoren führen.

Hände:

Die Hände Stellen neben den Füßen den Kontakt zum Fahrer her. Daher empfiehlt es sich diese Verbindung Best möglichst zu unterstützen. Dafür bieten sich MTB-Handschuhe an. Sie erhöhen den Grip und verhindern auch bei Nässe ein Abrutschen. Gerade im Downhill Bereich sollten Handschuhe mit integrierten Protektoren gewählt werden, da häufig bei einem Crash die Hände den ersten Bodenkontakt abbekommen und abfangen müssen. 

Beine:

Auch für die Beine gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man entscheidet sich für eine Schienbein-Knie-Kombi oder man nutzt einen Knie Schoner mit einem separaten Schienbeinschoner. Meine persönliche Erfahrung hat für Schienbeinschoner gezeigt: Hartschalen Schoner überleben einen Einschlag der Pedale besser als D30 Schoner.

Füße:

Die Füße stellen neben den Händen unsere zweite essenzielle Verbindung mit dem Fahrrad. Es gibt Systeme, bei denen der Schuh in das Pedal ein geklippt wird, aber auch herkömmliche Flat Pedal Systeme. An dieser stelle Scheiden sich Stark die Geister. Ich persönlich bevorzuge Flat Pedals, da sie keine feste Verbindung zum Fahrrad da stellen und ich im Falle eines Crashs schnell und ungeklippt vom Rad absteigen/ abspringen kann. Geklippte Pedale, Clipless genannt, bieten aber auch mehr Rad Kontrolle und eine bessere Kraft Übertragung. Allgemein sollte man immer einen vernünftigen Mountainbike Schuh mit einer möglichst steifen Sohle fahren, um jederzeit Stabil auf dem Pedal zu stehen. 

Hüfte/Becken: 

Eher selten getragen werden diese Protektoren, da bei guten Fall-Reflexen dieser Körperteil eher verschont bleibt. Doch Vorsicht: Richtiges Fallen erfordert viel Erfahrung und Jahrelanger Übung. Wenn man sich vorstellt, wie unangenehm so ein Bruch mit seiner mit sich kommenden Reha Pause sein wird, ist dieser Schoner auch nicht zu verachten.